Olivier Aubry

Olivier Aubry

Vita

1964
geboren in Frankreich
lebt und arbeitet in Lille, Frankreich

Reduzierte Formen und einzelne Wörter

Susann Scholl, Kunsthistorikerin (M.A.)
22.11.2017

Olivier Aubrys Kunst bewegt sich im Grenzbereich zwischen Malerei und Zeichnung. Den Ausgangspunkt bildet für den französischen Künstler, der in Lille lebt und arbeitet, dabei immer die Zeichnung. Er beschreibt sie als seine „tägliche Übung“, womit er den tagebuchartigen Charakter seiner Werke herausstreicht. Jede Bildtafel weist eine eigene, harmonisch abgestimmte Farbkombination auf. Indem er an den Rändern den Blick auf darunterliegende Farbschichten freigibt, die oft identisch mit dem Farbspektrum der Linien sind, eröffnet der Künstler ein spannungsreiches Deutungsfeld von Positiv und Negativ. Denn technisch betrachtet treten die Zeichnungen einmal als Gravuren in Erscheinung, die in die Tiefen der Leinwand eingeschrieben sind. Ein anderes Mal lässt der Künstler die Farbe frei über die Fläche laufen, die so – der Schwerkraft unterworfen – zufällige Konturen bildet. Für Aubry sind diese Zwiegespräche mit der Linie ein Versuch, aus der Flüchtigkeit und Komplexität unserer globalisierten Gesellschaft eine Essenz herauszuziehen und etwas Bleibendes zu schaffen. Wie der schottische Künstler David Shrigley bedient sich Aubry der Bildsprache des Comic, die er in einem fast kindlich anmutenden, anti-perfektionistischen Stil ausführt.

Auf diese Weise zieht eine Leichtigkeit in die Bilder ein, die den Betrachter ob der Bedeutung der eingefügten Wörter stutzig werden lässt. Lässt sich ein Sinn aus den Formen und Wörtern herausziehen, die oft wie mathematische Venn-Diagramme anmuten und geografische sowie naturwissenschaftliche Begriffe nennen? Die gezeichneten Formen wie Strahlen, Wellen oder an Sprechblasen erinnernde schiefe Kreise scheinen Aktionen oder Geräusche zu beschreiben, wobei die Begriffe den Zeichnungen eine weitere Verständnisebene abverlangen. Letztlich lassen sie den Betrachter aber doch im Ungewissen. „Wie ein DJ recycle ich, mixe, schneide aus und setze die Informationen neu zusammen, in einem unbewussten aber erheiternden Spiel, dessen Bedeutung unklar ist“, beschreibt Aubry selbst seinen künstlerischen Ansatz. Und so wird jede Präsentation im Ausstellungsraum zu einem neuen Sample, einer neuen anregenden Erzählung.

— Foto: Christine Blei

Von der Zeichnung zur Malerei

Susann Scholl, Kunsthistorikerin (M.A.)
18.11.2017

Olivier Aubrys Kunst bewegt sich im Grenzbereich zwischen Malerei und Zeichnung. Den Ausgangspunkt bildet für den französischen Künstler, der in Lille lebt und arbeitet, dabei immer die Zeichnung. Er beschreibt sie als seine „tägliche Übung“, womit er den tagebuchartigen Charakter seiner Werke herausstreicht. Auf farbigen, monochromen Flächen zeigt Aubry reduzierte Formen und einzelne Wörter. Jede Bildtafel weist eine eigene, harmonisch abgestimmte Farbkombination auf. Indem er an den Rändern den Blick auf darunterliegende Farbschichten freigibt, die oft identisch mit dem Farbspektrum der Linien sind, eröffnet der Künstler ein spannungsreiches Deutungsfeld von Positiv und Negativ. Denn technisch betrachtet treten die Zeichnungen einmal als Gravuren in Erscheinung, die in die Tiefen der Leinwand eingeschrieben sind. Ein anderes Mal lässt der Künstler die Farbe frei über die Fläche laufen, die so – der Schwerkraft unterworfen – zufällige Konturen bildet. Für Aubry sind diese Zwiegespräche mit der Linie ein Versuch, aus der Flüchtigkeit und Komplexität unserer globalisierten Gesellschaft eine Essenz herauszuziehen und etwas Bleibendes zu schaffen.

Wie der schottische Künstler David Shrigley bedient sich Aubry der Bildsprache des Comic, die er in einem fast kindlich anmutenden, anti-perfektionistischem Stil ausführt. Auf diese Weise zieht eine Leichtigkeit in die Bilder ein, die den Betrachter ob der Bedeutung der eingefügten Wörter stutzig werden lässt. Lässt sich ein Sinn aus den Formen und Wörtern herausziehen, die oft wie mathematische Venn-Diagramme anmuten und geografische sowie naturwissenschaftliche Begriffe nennen? Die gezeichneten Formen, wie Strahlen, Wellen oder an Sprechblasen erinnernde schiefe Kreise scheinen Aktionen oder Geräusche zu beschreiben, wobei die Begriffe den Zeichnungen eine weitere Verständnisebene abverlangen. Letztlich lassen sie den Betrachter aber doch im Ungewissen. „Wie ein DJ recycle ich, mixe, schneide aus und setze die Informationen neu zusammen, in einem unbewussten aber erheiternden Spiel, dessen Bedeutung unklar ist.“, beschreibt Aubry selbst seinen künstlerischen Ansatz. Und so wird jede Präsentation im Ausstellungsraum zu einem neuen Sample, einer neuen anregenden Erzählung.

Einzelausstellungen

2016
GALERIE VON&VON, Nürnberg
2015
„Il y a en haut, tout à fait en bas“, Galerie Frédéric Storme, Lille, Frankreich
2013
Galerie Van der Planken, Antwerpen, Belgien
GALERIE VON&VON, Nürnberg
2012
Galerie Pome Turbil, Lyon, Frankreich
2010
„On the air“, Galerie Frédéric Storme, Lille, Frankreich
„On the air“, Galerie Kandler, Toulouse, Frankreich
2007
„Descente dans les près vitesse maximale“, Galerie Art / Espace, Thonon, Frankreich
2006
„Zig zag“, Galerie Suty, Coye la forêt
„Champ contrechamp“, Galerie Storme, Lille, Frankreich
2005
„Vue de 360° sur la vallée“, Galerie Frédéric Storme, Lille, Frankreich
„Présences abscences réglables“, Galerie Samy Kinge, Paris, Frankreich
„La dernière pièce du puzzle“, Galerie Kandler, Toulouse, Frankreich
2004
„Verdure organisée“, Galerie Premier Etage, Grimaud, Frankreich
2003
„C’est si loin qu’il faudrait un baobab“, Galerie A Contrario, Limoges, Frankreich
2002
Galerie Samy Kinge, Paris, Frankreich

Gruppenausstellungen

2017
„11 IN 4“, GALERIE VON&VON, Nürnberg
Vous êtes ici, 1m20 Haubourdin
Festival OODAAQ, Rennes, Nantes, St. Malo, Frankreich
Galerie Pome Turbin, Lyon, Frankreich
MUBA, Tableaux Fantomes#6, Tourcoing, Frankreich
2016
Art Weekend, GALERIE VON&VON, Nürnberg
„La Malterie. Esquisses“, Lille, Frankreich
„Tableaux Fantômes #5“, Katholische Universität, Lille, Frankreich
„Tableaux Fantômes #4“, Centre d’art Frontière, Hellemmes, Roubaix, Frankreich
„Summer“, Galerie Zoumboulakis, Athen, Griechenland
„Vous êtes ici. Pentapeinture“, Haubourdin, Frankreich
„La gravure comme aventure“, Centre d’art Frontière, Hellemmes, Frankreich
„Tableaux Fantômes #3“, Galerie PPGM, Roubaix, Frankreich
2015
ART.FAIR, GALERIE VON&VON, Köln
Positions, GALERIE VON&VON, Berlin
„Ars en Ré“, Galerie Kahn, Straßburg, Frankreich
„Maison Folie du fort de Mons. Tableaux Fantômes #2“, Mons-en-Baroeul, Lille, Frankreich
„Winterausstellung“, GALERIE VON&VON, Nürnberg
„Art et Design“, Galerie Zoumboulakis, Athen, Griechenland
„Médiathèque F. Mitterrand. Tableaux Fantômes #1“, Bailleul, Frankreich
2014
Positions, GALERIE VON&VON, Berlin
ART.FAIR, GALERIE VON&VON, Hamburg
ART.FAIR, GALERIE VON&VON, Köln
„Vous êtes ici“, Haubourdin, Frankreich
2013
PAN Amsterdam, Niederlande
SCOPE, Basel, Schweiz
SCOPE, New York, USA
2012
Art Toronto, Kanada
Galerie Frédéric Storme, Lille, Frankreich
2011
Art Toronto, Kanada
Galerie Van Der Planken, Antwerpen, Belgien
PAN Amsterdam, Niederlande
2010
Galerie Zoumboulakis, Athen, Griechenland
„Le chien qui fume“, Théatre Avignon, Frankreich
2009
Galerie Samy Kinge, Paris, Frankreich
Art Karlsruhe
2008
KIAF, Seoul, Südkorea
Galerie A Contrario, Limoges, Frankreich
2007
Galerie Zoumboulakis, Athen, Griechenland
Musée d‘Allauch, Frankreich
2006
Galerie Zoumboulakis, Athen, Griechenland
Galerie Suty, Coye-la-Forêt, Frankreich
KIAF, Seoul, Südkorea
Galerie d‘Art, Toulouse, Frankreich
2005
Art Paris, Galerie Samy Kinge, Frankreich
ART.FAIR, Köln
ST.ART, Straßburg, Frankreich
2004
London Art Fair, Großbritannien
ART.FAIR, Köln
art miami, USA
2003
KunstRAI, Amsterdam, Niederlande
Art Paris, Frankreich
2002
mi art, Milan, Italien
Art Paris, Frankreich
ARTEFIERA, Bologna, Italien
ART COLOGNE, Köln
ARTISSIMA, Turin, Italien
2001
Art Paris, Frankreich
2000
„10x10“, Galerie Kahn, Straßburg, Frankreich