Michael Dohr

"Von Fischen die nicht sterben wollten I"

In thematischer Hinsicht waren der Mensch und die Natur schon immer zentrale Aspekte des Schaffens von Michael Dohr. In den aktuellen, oft großformatigen Arbeiten versucht der Künstler, die Verschmelzung von Natur und moderner Technologie zu dokumentieren. Die Arbeiten spiegeln ein Gefühl der Überforderung und Ungewissheit wieder, das uns am Weg hin zur sogenannten „Maschine Mensch“ begleitet. Die entstandene „moderne Natur“ wird von Maschinen bevölkert, die kein Mensch versteht und an der letztendlich alle zugrunde gehen.

Das Werk zeigt das Gesicht eines Mannes, wohl einen Clown, mit kurzem buntgelocktem Haar und blauen Augen. Am markantesten ist sein weit aufgerissener Mund, wodurch sein lückenhaftes, schiefes Gebiss entblößt wird. Das bräunliche Gesicht ist unterhalb der Augen mit Streifen aus roter, gelber und schwarz-blauer Farbe markiert. Unter-und oberhalb des Mundes ist gelbe Farbe aufgetragen. Von der oberen Bildhälfte kommend ergießt sich ein Schwall aus dicker, weißer Flüssigkeit über das Bild. Diese ist in der linken oberen Bildhälfte zusätzlich mit türkisblauer Farbe eingefasst. Weiterhin tummeln sich vier graue Fische im Bild, deren Umrisse mit grüner und neongelber Farbe betont werden. Hinzu kommen zwei Keulen zum Jonglieren, ausgeführt in Mustern aus schwarzer, silberner, grüner und orangener Farbe. Weitere Farbspuren sind vornehmlich in Neongelb und Orange auf der Leinwand angebracht. Auf der rechten Bildseite ist hinter Clown und Fisch ein gelbes und daran anschließendes dunkles Farbfeld zu erkennen.
— Julia Reiter