02.12.2016 - 28.01.2017

Alles Natur

Hirthammers derzeitiges Schaffen steht unter der Prämisse der Wiederentdeckung der Ideale der Renaissance. Er stellt die Natur in den Mittelpunkt der intensiven Betrachtung. Die Naturstudien von Albrecht Dürer und Zeitgenossen entstanden aus wissenschaftlichem Interesse  an der Natur; seine Naturstudien sind durch Gefühl und Bewunderung geprägt. Die neuesten Arbeiten von Josef Hirthammer sind stark vergrößerte, detaillierte […]

Hirthammers derzeitiges Schaffen steht unter der Prämisse der Wiederentdeckung der Ideale der Renaissance. Er stellt die Natur in den Mittelpunkt der intensiven Betrachtung. Die Naturstudien von Albrecht Dürer und Zeitgenossen entstanden aus wissenschaftlichem Interesse  an der Natur; seine Naturstudien sind durch Gefühl und Bewunderung geprägt.

Die neuesten Arbeiten von Josef Hirthammer sind stark vergrößerte, detaillierte und sehr zeitaufwändige Zeichnungen mit Buntstift, Wachsstift und Bleistift von Blumen, Blütenständen und Samen, deren überaus realistische Ausführung durch dynamisches Übermalen und Überzeichnen quasi  zerstört wird. Diese destruktiven Gesten  versinnbildlichen das irrationale Zerstören der Natur durch den Menschen.

Hirthammer betrachtet diese Werke als Dokumentation der jetzigen Flora, die wir Menschen systematisch reduzieren und letztendlich ausrotten werden. Es sind bewundernswerte Teile der uns umgebenden Natur, unser aller Lebensraum. Der Mensch vernichtet sehenden Auges seine eigene Lebensgrundlage. Gier, Egoismus und Machthunger vernichten Flora und Fauna und letztlich seine eigene Gattung.

Mit seinen Bildern möchte er die Ästhetik unserer Natur aufzeigen, die Schönheit einer einzelnen Blüte, die innewohnenden Kräfte selbst im kleinsten Samen. Wir Menschen müssen wieder unsere Natur lieben lernen, denn nur das, was wir wirklich lieben, schützen wir auch.