11.04.2017 - 03.06.2017

Off-Spaces

Wie wird die Beziehung des Menschen zu seiner Umgebung in der zeitgenössischen Malerei thematisiert? Anhand zweier unterschiedlicher Positionen werden in OFF-SPACES Raumwelten eröffnet, die den Betrachter auffordern, eigene Sinneserfahrungen und Assoziationen zu ergänzen. Die eigentlichen Bildmotive werden lediglich zu Ursprungspunkten individuell kreierter Nebenschauplätze – Off-Spaces. Diesem unberechenbaren Sog des Moments beim Anblick der Arbeiten von […]

Wie wird die Beziehung des Menschen zu seiner Umgebung in der zeitgenössischen Malerei thematisiert?

Anhand zweier unterschiedlicher Positionen werden in OFF-SPACES Raumwelten eröffnet, die den Betrachter auffordern, eigene Sinneserfahrungen und Assoziationen zu ergänzen. Die eigentlichen Bildmotive werden lediglich zu Ursprungspunkten individuell kreierter Nebenschauplätze – Off-Spaces. Diesem unberechenbaren Sog des Moments beim Anblick der Arbeiten von Leszek Skurski und Folkert Rasch kann man sich nur schwer entgegenstellen, weshalb unsere Empfehlung lautet, das Angebot der Künstler anzunehmen: sich in die dargestellte Situation und die damit verknüpften Nebenwelten hineinziehen lassen und aktiv die Motive zum Leben zu erwecken.

In Leszek Skurskis figurativer Malerei entsteht durch stringente Reduktion ein überzeichneter Fokus auf die mit wenigen Pinselstrichen gekonnt umrissenen Figuren. Indem alle Ablenkungen der Umgebung von einer monochromen, bedeutungsschwangeren Fläche aus sorgfältig gesetzten Weißabstufungen weggetüncht werden, wird ein klarer Blick auf die Dynamik der im scheinbar endlosen Raum platzierten Protagonisten freigelegt. Die Suche nach der Bedeutung des Menschen in der heutigen Welt nimmt hier objektiv zu betrachtende, distanzierte Formen an, wenngleich mit der durchdringenden Darstellung ebendieser Fragestellung eigene Gefühle und Erinnerungen beim Betrachter hervorgerufen werden. Die Frage nach Anfang und Ende stellt sich in diesen scheinbar haltlosen Alltagssituationen nicht mehr, stattdessen hält der Künstler den Moment fest und lässt ihn solange nicht gehen, wie der Betrachter sich auf diesen Außenblick einlässt.

Folkert Rasch initiiert mit der Darstellung von Meeres-Ausschnitten eine Neugier beim Betrachter, die ihn zum nachhaltigen Suchen von Halt oder Grenzen, eines definierten Horizonts anhält. Wird dieser zu finden sein? Wie sieht wohl der vollständige Panoramablick auf das Wasser aus? Der Künstler enthält die umfassende Aussicht vor, indem er den Meerblick manchmal paradoxerweise in extremen Hochformaten auf die Leinwand bringt. Die dadurch vorgetäuschte Begrenzung des Bildraumes wird in der Erinnerung des Betrachters aufgelöst, indem bei ihm Gedanken an längst vergangene Momente oder eine Sehnsucht nach erfrischender Weite zu Tage befördert werden. Flirrende Lichtpunkte in charakteristisch streifig gemalten Wassersequenzen, die greifbare Umsetzung von Sandstrukturen und die Intensität des glühenden Kolorits bei einem Sonnenuntergang prägen die offene, ja endlose Wirkung der Arbeiten.

Schwelgen und Sehnen, Suchen und Bleiben – finden Sie selbst heraus, was die dargestellten Schauplätze – oder vielmehr deren Nebenschauplätze, die ganz individuell nur bei Ihnen als Betrachter aufkommen, in OFF-SPACES in Ihrer Gedankenwelt evozieren!