07.01.2019

Kritische Auseinandersetzung

Josef Hirthammer (*1951 in Bad Reichenhall) gilt als vielseitiger Künstler unserer Zeit. Ein wesentliches Schaffensfeld ist dabei der Natur gewidmet, die er in vielfältigen künstlerischen Formulierungen auslotet. Was zunächst in nahezu realistischer Wiedergabe begann, führte sehr bald zu einer Abstrahierung der pflanzlichen Vorlagen. Der flüchtige, schnelle Farbauftrag ist dabei der folgerichtige Schluss, die leicht vergängliche, […]

Josef Hirthammer (*1951 in Bad Reichenhall) gilt als vielseitiger Künstler unserer Zeit. Ein wesentliches Schaffensfeld ist dabei der Natur gewidmet, die er in vielfältigen künstlerischen Formulierungen auslotet. Was zunächst in nahezu realistischer Wiedergabe begann, führte sehr bald zu einer Abstrahierung der pflanzlichen Vorlagen. Der flüchtige, schnelle Farbauftrag ist dabei der folgerichtige Schluss, die leicht vergängliche, mit allen Sinnen zu erfassende Schönheit der Blumen als reduzierte Idee festzuhalten.

Ein Pendant dazu sind die Wachsarbeiten, die reale Pflanzen archivieren. Der natürliche Prozess des Wandels wird durch das Einbetten der Blüten in Wachs unterbrochen und der momentane Zustand in einer künstlich erzeugten Ästhetik konserviert.

Die vom Künstler als blue pieces of happy nature bezeichneten Wachsobjekte sind für ihn Anschauungsobjekte, die gleichfalls für den Erhalt der Artenvielfalt stehen. Auch skulptural spielt die Natur eine große Rolle im Werk Hirthammers. So finden sich in der Ausstellung überdimensional vergrößerte Samenkapseln, die als Samen der Evolution zu raumfüllender Installation angeordnet sind. Eine weitere Variante bilden die versteinerten Mutanten, die als kritische Auseinandersetzung mit der zunehmend technisch unterworfenen und genmanipulierten Natur verstanden werden kann.