Miriam Vlaming

"Burlesque"

Miriam Vlaming / Ausstellung 2018: "Die Anderzeit" / GALERIE VON&VON / Neue Leipziger Schule / Meisterschülerin Arno Rink / Zeitgenössische Kunst / Kunstgalerie / Malerei

Die Malerin Miriam Vlaming hat in ihrer geheimnisvollen Bildwelt stets das Ganze im Blick. Es dürfte nur wenige geben, die sich den großen Themen stellen. Zu ihnen gehört sie. Vlaming bevorzugt eine Ästhetik im Zwischenreich von Werden und Vergehen, von Vergangenheit und Jetzt: „Es sind die Brüche und Widersprüche, die mich interessieren, … der Moment, nachdem oder bevor etwas passiert ist, … nicht die große Historie“. Susanne Altmann nennt die Künstlerin eine „visuelle Anthropologin“. Tatsächlich geht es Miriam Vlaming um das Rätsel dessen, was wir wahrnehmen und schon längst zu kennen glauben. Egal ob in der sichtbaren Welt oder in den fotografischen Fundstücken, die ihr als Impulse dienen.

Ungelöste Fragen eröffnen sowohl der Künstlerin als auch den Rezipienten ihrer Bilder jene Räume, die es ermöglichen, eigene Geschichten daraus zu spinnen. Es ist eine offene Form der Erzählung, die nichts festlegt und das Temporär-Prozesshafte betont. Die Bild- und Vorstellungswelt der Malerin Miriam Vlaming entschlüsselt und verklärt zugleich. Es sind vieldeutige Metaphern, mit denen die Künstlerin spielt. Es ist auch ein Spiel mit dem Publikum, das sich an Sichtbares klammert und sich dann doch im Bild verliert. Und immer geht es um Seelenzustände, die sich im Ergebnis ihres Malprozesses spiegeln.

Miriam Vlaming erschafft so einen Kosmos aus Bildern, der uns anrührt und berührt. Eine Malerei zwischen Himmel und Erde, die uns nicht mehr loslässt. Es sind Bilder, die uns zu unserer eigenen Natur zurückführen und uns als Menschen auf unseren Kern zurückwerfen. Es hat somit seinen guten Grund, warum Miriam Vlamings Bilder in Museen und Sammlungen weltweit vertreten sind: Sie stillen ein tiefes menschliches Bedürfnis nach Erkenntnis.
— Martin Oswald (Auszüge)