Olivier Aubry

"Poco forte"

Olivier Aubry - GALERIE VON&VON / Zeitgenössische Kunst / Kunstgalerie
Olivier Aubry - GALERIE VON&VON / Zeitgenössische Kunst / KunstgalerieOlivier Aubry - GALERIE VON&VON / Zeitgenössische Kunst / KunstgalerieOlivier Aubry - GALERIE VON&VON / Zeitgenössische Kunst / KunstgalerieOlivier Aubry - GALERIE VON&VON / Zeitgenössische Kunst / Kunstgalerie

Olivier Aubrys Kunst bewegt sich im Grenzbereich zwischen Malerei und Zeichnung. Den Ausgangspunkt bildet für den französischen Künstler, der in Lille lebt und arbeitet, dabei immer die Zeichnung. Er beschreibt sie als seine „tägliche Übung“, womit er den tagebuchartigen Charakter seiner Werke herausstreicht. Jede Bildtafel weist eine eigene, harmonisch abgestimmte Farbkombination auf. Indem er an den Rändern den Blick auf darunterliegende Farbschichten freigibt, die oft identisch mit dem Farbspektrum der Linien sind, eröffnet der Künstler ein spannungsreiches Deutungsfeld von Positiv und Negativ. Denn technisch betrachtet treten die Zeichnungen einmal als Gravuren in Erscheinung, die in die Tiefen der Leinwand eingeschrieben sind.

Ein anderes Mal lässt der Künstler die Farbe frei über die Fläche laufen, die so – der Schwerkraft unterworfen – zufällige Konturen bildet. Für Aubry sind diese Zwiegespräche mit der Linie ein Versuch, aus der Flüchtigkeit und Komplexität unserer globalisierten Gesellschaft eine Essenz herauszuziehen und etwas Bleibendes zu schaffen. Wie der schottische Künstler David Shrigley bedient sich Aubry der Bildsprache des Comic, die er in einem fast kindlich anmutenden, anti-perfektionistischen Stil ausführt.

— Susann Scholl, Kunsthistorikerin (M.A.)