Paul Jacobsen

"Studies in Movement III"

GALERIE VON&VON / PAPER POSITIONS 2018: Paul Jacobsen / Solo Show München / "Studies in Movement" aus der Serie "Mourning Flags"

Seit den 1880er Jahren gilt die schwarze Flagge als ein autoritäres Symbol, das sowohl die Abwesenheit als auch den Widerstand gegen einen Nationalstaat repräsentiert. Der Künstler sieht die Rolle einer Regierung heutzutage zunehmend kritisch. Er argumentiert, dass sich Demokratie und Autoritarismus nicht zwingend gegenseitig ausschließen. Auch wenn die Gesellschaft seit den völkermörderischen Anfängen weit entfernt von Egalitarismus steht, glaubt Jacobsen, dass in jüngster Zeit ein neues beschämendes Kapitel im Buch der Geschichte Amerikas aufgeschlagen wurde. Doch statt sich auf die Ideale einer Wirtschaft mit Arbeiterkollektiven, Konsumgenossenschaften oder ein Ende des militärisch-industriellen Komplexes zu konzentrieren, möchte Jacobsen mit dem Motiv der schwarzen Flagge einen Moment des Schweigens und der Wehklage veranschaulichen. Er verweist damit auf alle hart erkämpften Siege der Eingeborenen, Bürgerlichen und der Frauen- und Homosexuellenrechte, die er heute mehr denn je bedroht sieht, ebenso wie Arbeits- und Umweltschutzmaßnahmen.

Die Arbeiten sind darüber hinaus nicht nur als politisches Statement zu verstehen, sondern können im Hinblick auf die verwendeten Materialien und die innewohnenden Elemente Feuer, Holz und Kohle auch als eine Rückbesinnung auf das Ursprüngliche gesehen werden.

— Lisa Stopper, Kunsthistorikerin